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"Kopfschmerzen - chronische und episodenhafte Kopfs..."
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Finden Sie Ihre Schmerzdiagnose selbst
KOPFSCHMERZEN
episodenhafte Kopfschmerzen

Teil 1
Kop fschmerzen bezeichnet der Mediziner auch
als Zephalgie.
Hier gelangen Sie direkt zu den Unterthemen
Migräne und
Cluster-Kopfschmerzen
(einfach anklicken).
Zunächst eine gute Nachricht:
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite
http:www.die-gesundheitsreform.degesundheitssystemthemen_azinfoblae tterrehabilitationindex.html?param=st
mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre
REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen.
Vorweg....
Die in der IHS
(=
internationale Kopfschmerzgesellschaft)
- Klassifikation unter "andere
pri
märe
Kop
fschmerzen" aufgeführten
Hustenko pfschmerzen, Ko
pfschmerzen bei körperlicher Anstrengung sowie Ko
pfschmerzen bei sexueller Aktivität sind schmerztherapeutisch
gesehen relativ unbedeutend. Der Vorteil bei diesen Kopfschmerzformen ist,
daß sie für den Patient meist vorhersehbar sind und dann sozusagen auch
vorbeugend bekämpft werden können.
Sehr hilfreich
ist die rechtzeitige Einnahme von 1g (2 x 500mg) Paracetamol
und 500 mg Metamizol.
Durch diese Medikamente wird die Bildung von Schmerzbotenstoffen
unterbunden, so daß der
Schmerz erst
gar nicht entsteht.
Chronische
Kop
fschmerzen (auch als chronische
Zephalgie
bezeichnet) sind in besonderem Maße geeignet, das körperliche Allgemeinbefinden
beträchtlich zu stören. Diagnostik und Thera
pie von Kop
fschmerzen werden allerdings
durch die Vielzahl möglicher Ursachen erschwert, hinzu kommt, daß das
Beschwerdebild nicht einheitlich ist, sondern in den verschiedensten Variationen
auftritt. Von eminenter Bedeutung ist deshalb bei
Kopfschmerzen eine genaue
Anamnese (= Erhebung der Vorgeschichte).
Diese erlaubt nicht nur eine exakte Klassifikation
(= Bestimmung der Kopfschmerzart),
sondern kann Hinweise auf mögliche organische Ursachen geben und ist dann
richtungsweisend für weiterführende Untersuchungen. Es empfiehlt sich, auch bei
Patienten mit Kop
fschmerzen
einen standardisierten Fragebogen zu verwenden, um
möglichst alle Kriterien zu erfassen. Lokalisation, Dauer und Häufigkeit von
Kop
fschmerzen
(chronische) sowie Angaben zur Schmerzqualität sind genau zu
erfragen. Für die
Schmerztherapie kann die Kenntnis spezifischer Auslösesituationen oder-
mechanismen von großem Wert sein. Dazu gehört auch die Frage nach bisherigen
erfolglosen Therapieversuchen. Der Patient ist zu Recht enttäuscht, wenn ihm
Methoden, die ihm bisher keine Erleichterung brachten, noch einmal angeboten
werden.
Erfolg oder Mißerfolg einer Thera
pie chronische
r Kop
fschmerzen wird,
besonders bei Prophylaxeversuchen
(= Versuche zur Vor
beugung), erst durch Dokumentation aller
Kopfschmerzereignisse über einen längeren Zeitraum (Kopfschmerztagebuch)
beurteilbar. Wichtig ist auch die Erhebung einer biographischen Anamnese
(= Erhebung der
Vorgeschichte unter psychosozialen Aspekten),
um den Einfluß psychischer Belastungen auf das Schmerzgeschehen im Sinne einer
Beschwerdeverstärkung oder gar -auslösung beurteilen zu können.
Systematik
(= Einteilung) der Kop fschmerzen:
1.
Primäre Kopfschmerzen (Zephalgie)
1.1 Migräne
- ohne Aura
- mit Aura
- andere
Migränekopfschmerzen
1.2
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
1.3
Trigeminoautonome Kopfschmerzen (SUNCT-Syndrom,
paroxysmale Hemikranie und
Cluster-Kopfschmerzen)
1.4 Andere
pri
märe
Kop
fschmerzen
-
Zervikogene Kopfschmerzen (vertebragene
Kopfschmerzen)
-
Okzipitalneuralgie
-
Hemicrania continua
-
Raeder-Syndrom
-
Neck-tongue-Syndrom
-
neu aufgetretener
Dauerkopfschmerz
(engl.: new daily persistent headache)
Schmerztherapeutisch wenig relevante Formen:
Pri
märer
stechender Ko
pfschmerz,
Hustenkopfschmerz,
Kopfschmerzen bei
körperlicher Anstrengung,
Kopfschmerzen bei
sexueller Aktivität, schlafgebundener
Ko
pfschmerz und
pri
märer Donnerschlagko
pfschmerz
2.
Sekundäre Kopfschmerzen
(symptomatische
Kopfschmerzen)
- Kop
fschmerzen als (zunächst) einziges Symptom
- Kop
fschmerzen als Begleitsymptom
3.
Kombinationskopfschmerzen
- Mig
räne und
Spannungskopfschmerzen
- Mig
räne und
Ergotamin-Kopfschmerzen
- Spannungs- und
Schmerzmittel-Kopfschmerzen
- andere Kombinationen

Zu den einzelnen
Kopfschmerzerkrankungen
1.
Pri
märe
Kop fschmerzen
(Zephalgie):
Dieser Begriff bezeichnet (chronische)
Kop
fschmerzen, die nicht als Krankheitszeichen auf eine faßbare
organische oder psychische Grundkrankheit zurückzuführen sind. Sie gelten als
eigenständige Schmerzkrankheiten, die im Gegensatz zu
sym
ptomatischen
(= als Folge einer bekannten Krankheit auftretender)
Kop
fschmerzen
nicht kausal
(= ursächlich, gegen die
Grundkrankheit gerichtet) behandelt
werden können (Soyka 1989).
1.1
Migräne:
Mögliche Ursachen
Lange Zeit ging man davon aus, daß einer
initialen (=
anfänglichen) Vasokonstriktion
(= Zusammenziehen der
Blutgefäße) eine schmerzhafte
Vasodilatation (=
Weiterstellung von Blutgefäßen)
folgt. Gestützt wurde diese Hypothese
(= Vermutung, Annahme)
durch das gute Ansprechen von Ergotam
in, diese Substanz verengt ja Gefäße. Zwischenzeitlich ist man aufgrund
von Versuchen an Tieren zu der Überzeugung gekommen, daß die
Migräne durch eine neurogene
(= Nervenzellen
betreffende, mit dem Nervensystem im Zusammenhang stehende)
En
tzündung entsteht. Verantwortlich für den
Migräneschmerz
scheinen gefäßaktive Neuropeptide
(= nervenspezifische chemische
Substanzen) zu sein, die von Nervenfasern des Nervus trigeminus freigesetzt werden.
In der Literatur häufen sich Hinweise
(z.B. Migränemagazin 322006), daß auch ein sog. offenes Foramen ovale (engl. PFO = patent foramen
ovale) (= nach der
Geburt weiterhin bestehende Öffnung zwischen den Herzvorhöfen, die ab einem
bestimmten Ausmaß krankhaft werden kann) für die
Migränekrankheit
ursächlich sein kann. Die Häufigkeit wird mit bis zu 50% angegeben.
Bei der M
igräne treten in typischer Weise anfallsartige, bevorzugt
Halbseitenkopfschmerzen
(Hemikranie)
auf, begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und
Lichtempfindlichkeit. Darüber hinaus kann es zu Seh- und
Nervenstörungen
kommen. Fast regelmäßig wird die Schmerzqualität als pulsierend, pochend und
hämmernd angegeben. Ätiologie
(= Krankheitsursache)
und Pathogenese (=
Krankheitsentwicklung) sind letztlich
noch nicht sicher geklärt. Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es
hauptsächlich zwei Gruppen: M
igräne mit und ohne Aura.
Die frühere Einteilung in einfache, klassische und komplizierte M
igräne wurde aufgegeben.
Die einzelnen M
igräne -Typen
(IHS-codierte Klassifikation )(Göbel 1994) sind:
M
igräne ohne Aura
M
igräne mit Aura
M
igräne mit typischer Aura
M
igräne mit prolongierter Aura
Familiäre hemiplegische M
igräne
Basilaris-Migräne
M
igräneaura ohne Kop fschmerzen
M
igräne mit akutem Aurabeginn
Ophthalmoplegische M
igräne
Retinale M
igräne
Periodische Syndrome in der Kindheit als
möglicher
Vorläufer oder
Begleiterscheinungen einer Mig räne
Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der
Kindheit
Alternierende Hem
iplegie in der Kindheit
M
igräne -Komplikationen:
Status migraenosus
Migränöser Infar
kt
Migräneartige Störungen, die die
genannten Kriterien nicht erfüllen

Die genaue Klassifikation der M
igräne -Kopfschmerzarten ist manchmal
nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige Erläuterungen folgen:
Als typische Anfangssymptome einer M
igräne (Aura) gelten Sehstörungen,
(halbseitige) sensible und motorische
(= Bewegungs-) Störungen sowie
Dysphasie (=
Sprachausdrucksstörungen). Die
Krankheitszeichen entwickeln sich i.d.R. über einen Zeitraum von fünf bis 30
Minuten und klingen innerhalb einer Stunde wieder völlig ab.
Eine M
igräne mit prolongierter
(= verlängerter) Aura liegt dann
vor, wenn zumindest ein typisches Symptom länger als 60 Minuten und weniger als
eine Woche anhält.
Bei der familiären hemiplegischen
(= mit einer Halbsei
tenlähmung einhergehenden) M
igräne besteht bei mindestens einem Verwandten
(1. Grad) das gleiche Krankheitszeichen.
Bei der
Basilarismigräne
geht die Zephalgie mit Krankheitszeichen des Gehirns
einher (z.B. Schwerhörigkeit, Doppelsehen, sensible oder motorische Störungen,
Schwindel).
Nach Göbel (1994) ist es umstritten, ob die Kop
fschmerzen
bei der ophthalmoplegische M
igräne (Schmerzattacken,
die mit einer Lähmung der Augenmuskeln einhergehen) überhaupt der M
igräne zugeordnet werden können.
Gleiches gilt für die periodischen Syndrome in der Kindheit (anfallsartiger
Schwindel und abwechselnde
Halbseitenlähmung, in Verbindung mit Störungen der Hautempfindlichkeit oder
Beweglichkeit sowie vegetativen Krankheitszeichen, möglicherweise sind diese
Erscheinungen epileptiformer
(= fallsuchtartiger)
Natur).
Bei der "kindlichen M
igräne" können auch
Bauchschmerzen mit Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten, gelegentlich
auch ein Temperaturanstieg, ohne daß Kop
fschmerzen vorliegen.
Bei der retinalen M
igräne sind die Kop
fschmerzen
von einem einseitigen Gesichtsfeldausfall oder gar Erblindung begleitet, was bis
zu einer Stunde anhalten kann.
Als M
igräne -Komplikation ist der Status migraenosus
zu nennen, gekennzeichnet durch eine Dauer der Kop
fschmerzen von mehr als
72 Stunden Dauer, trotz
Schmerztherapie.
Eine weitere Komplikation ist der migränöse Infar kt. Dieser
liegt vor, wenn ein ischäm
ischer (= durch Blutmangel bedingter)
Hirninfarkt nachweisbar ist, oder die Aurasymptomatik (= anfängliche Krankheitszeichen bei
M
igräne-Kop fschmerzen)
nicht innerhalb von 7 Tagen völlig abklingt.
Thera
pie der Mig ränekop
fschmerzen: Zunächst muß der Patient eingehend über die
Migräneerkrankung
aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Auf
anamnestisch (= aus
der Vorgeschichte) eruierte
auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders
eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so
z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst
Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von Streßsituationen.
Thera
pie des akuten M
igräneanfalls:
Ganz wichtig ist der Hinweis, daß
Analgetika (=
Schmerzmittel)
möglichst frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten,
bis das Vollbild der
Migränekopfschmerzen
eingetreten ist, sondern die Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten
Anzeichen erfolgen. Als Mittel der ersten Wahl gilt noch immer die Einnahme von
Acetylsalicylsäure (ASS) 1-1,5 g. Bei ungenügender Wirkung von
ASS empfiehlt sich ein Versuch mit Paracetamol, 1-1,5 g (in
Form von Tbl., Saft oder Zäpfchen). Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B.
Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen) sind gegen Mig räne- Kop
fschmerzen ebenso
wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder geringerer Nebenwirkungsrate. Bewährt
hat sich bei stärkeren Mig räne- Kop
fschmerzen
auch die Kombination von 1g ASS mit 1g Paracetamol. Auch ein Therapieversuch mit
Metamizol ist manchmal lohnend.
Ein potentes Therapeutikum bei
Migränekopfschmerzen
ist der Serotoninagonist
(= Mittel, das dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirkt)
Sumatriptan. Initiale Dosierung : 100mg zum Einnehmen oder 6mg unter
die Haut gespitzt. Bei Wiederauftreten von Kop
fschmerzen
maximal zwei Verabreichungen in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende
Nebenwirkungen berichtet, auch in den Medien. Bei Beachtung der
Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit
jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen 1993). Wegen des
relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für andere Triptane)
allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere
Migränemittel nicht
den gewünschten Erfolg bringen. Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane, z.T.
auch als (Nase
n-) Spray zum schnelleren Wirkungseintritt: Zolmitriptan, Naratriptan (als Formigran® rezeptfrei),
Rizatriptan, Almotriptan, Frovatriptan
und Eletriptan. Zur
Behand
lung der hemiplegischen,
ophthalmoplegischen oder
Basilaris-Migräne
sind Triptane allerdings nicht geeignet.
Ergotaminpräparate sind klassische Pharmaka zur Kupierung eines
Migräneanfall
s, wegen der möglichen Nebenwirkungen jedoch nicht ganz
unproblematisch. Die Gefahr einer Gewöhnung und Auslösung eines zusätzlichen
Dauerkopfschmerz
es steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten
pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro
Migräneattacke
nicht mehr als 4mg eingenommen werden (Göbel, Ensink et. Soyka
1994).
Grundsätzlich gilt auch hier, daß bei Mig räneko
pfschmerzen die Verwendung von Mischpräparaten (z.B. Ergotamintartrat mit
Coffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.) strikt vermieden werden
soll. Auf dieser Therapiestufe kann auch Dihydroergotamin i.m.
(= in den Mus
kel)
oder ganz langsam i.v.
(= in eine Blutader)
versucht werden (1-1,5mg).
Besonders bei ausgeprägten vegetativen M
igräne -Begleiterscheinungen hat sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg
Flunitrazepam (= ein Schlafmittel) sehr
bewährt, auch unter dem Aspekt,
Analgetika
(= Schmerzm
ittel)
einzusparen, zumal die Patienten in dieser Situation ohnehin das Bedürfnis
haben, sich hinzulegen.
Wird der
Migränekopfschmerz
von Nausea (=
Übelkeit, Brechreiz) und Erbrechen
begleitet (evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser Symptome), ist
die Verabreichung von Metoclopramid sehr wirksam, zum Einnehmen
oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg. Metoclopramid sollte nicht
an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist vorteilhaft, diese Substanz
vor einem
Analgetikum (=
Schmerzmi
ttel) einzunehmen, weil Metoclopramid die
Darm
tätigkeit steigert und somit die
Resorption (=
Aufnahme im Darm) weiterer
verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der Dopamin-Antagonist
Domperidon verwendet werden, Tabletten oder Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem separaten Raum innerhalb
einer Praxis, hat sich bei M
igräne die Verabreichung einer Infusion
(500ml Kochsalzlösung) mit 1g ASS kombiniert mit 10mg Metoclopramid und 1-2mg Flunitrazepam sehr bewährt, bei
heftigen Schmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol.
Die
therapeutische Lokalanästhesie
(=
Behan
dlung mit einem
örtlichen
Betäubungsmittel) ist bei bereits
voll entwickelten
Kopfschmerzanfall
wenig hilfreich. Allerdings kann bei frühzeitiger Durchführung die Symptomatik
in vielen Fällen abgeschwächt werden, so daß oftmals Analgetika
(=
Schmerzmi
ttel) gar nicht oder in weit geringerer Dosierung als sonst üblich eingenommen
werden müssen.
Wir blockieren vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die Ner
ven supraorbitales
(=
Ner
ven
an der Augenbraue) (je ca. 0,5ml),
occipitales major (=
Ner
ven
am Hinterkop
f) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfenregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die Mig
ränekopfschme
rzen
meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Schmerztherapie nicht
nur auf die aktuell betroffene Kopfhälfte zu beschränken.
Wenn heftige Mig
ränekop
fschmerzen
gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im Rahmen einer
stationären Schmerztherapie schmerzseitige Blockaden (= Betäubungen)
des
Ganglion stellatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Arten die Kop
fschmerzen
in einen Status migraenosus (= länger als 72h anhaltender
Migräneanfall)
aus, so ist dies eine Indikation
(= Anzeige)
zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg
Flunitrazepam, initial zusammen mit 40mg Prothipendyl, sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg Tramadol, 1g
ASS und
10-20mg Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen sollte mit der Gabe von
Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert werden.
Allgemeinmaßnahmen im
Migräneanfall
bestehen in Reizabschirmung (ruhiges und verdunkeltes Zimmer).
Prophylaktische
(= vorbeugende) Thera
pie der M
igränkop fschmerzen:
Nicht immer sind die Patienten
bereit, auch im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so
daß oftmals eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine
Kopfschmerzprophylaxe
bzw.
Migräneprophylaxe
(=
Migränevorbeugung)
sollte nur dann erfolgen, wenn die
Migräneanfälle
mindestens zwei mal pro Monat auftreten. Nach Göbel und Soyka
(1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens
zweimal ein Status migraenosus, eine prolongierte
(= verlängerte)
Aura oder einmalig ein migränöser Infar
kt
(= Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von
Sauerstoffmangel) aufgetreten sind.
Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, die aber auch gegen
M
igräne
wirken). Allerdings haben nicht alle
Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende Wirkung auf diesen
Kop fschmerz.
Relativ sicher wirken Propanolol und Metoprolol (Diener 1989); beide
Substanzen werden langsam einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung
für Metoprolol beträgt 200mg, für Propanolol
240mg. Bei Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer
(= den Kreislauf betreffende)
Störungen oder einer Bradykardie
(= zu langsamer Puls)
muß die Beha
ndlung abgebrochen werden (ausschleichend). In der Einschleichphase
müssen daher regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Die
Wirkungsweise der Beta-Blocker in Bezug auf M
igräne-
Kop
fschmerzen ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Intervalltherapie der Mig ränekop
fschmerzen eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mittel das der Wirkung
von Kalzium entgegenwirkt).
Flunarizin sollte aufgrund einer Bewertung durch das
Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten eingesetzt werden, die unter häufigen und
schweren M
igränanfällen leiden und bei denen eine Beha
ndlung mit Beta-Blockern kontraindiziert
(= gegenangezeigt)
ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat sich
Cyclandelat zur Prop
hylaxe nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) der M
igränekop
fschmerzen
besteht in der Verabreichung von Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken). Pizotifen hat einen hemmenden Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der
Migräne. Lisurid,
ein Ergota
min -Derivat, ist ein Serotonin
-Partialantagonist. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg. Im Gegensatz zu anderen
Autoren (Soyka 1989) wird diese Substanz bei uns kaum verwendet, da
bisherige Therapieversuche nicht überzeugt haben.
Zur Prop
hylaxe der
Kopf
schmerzen
bei der sog. menstruellen
(= regelbedingten)
M
igräne soll Sulpirid hilfreich sein
(Thoden 1986). Göbel und Soyka (1994) empfehlen eine
"Kurzzeitprophylaxe" mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel
bis drei Tage danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin ist zur M
igräne-
Kopfschmerzvorbeugung
umstritten. So wird es z.B. in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht
verwendet.
Zur
a style="color: bl...

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